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Viktorianisches Vogelhäuschen

Es ist ja nicht das erstemal, das ich ein Vogelhäuschen baue. Dieses mal sollte es aber etwas besonderes werden. Mein Anspruch an die Optik ist durch die Projekte ja auch gestiegen. Wie immer habe ich mich auf Pinterest nach Inspirationen umgesehen, aber der Trend ging mir da zu stark in Richtung kanadischer Blockhütte. Beim Googeln bin ich dann über folgendes Vogelhäuschen gestolpert:

Victorian Birdfeeder

Das hat genau meinen Anspruch und Geschmack getroffen!

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Magazin Scroll Saw Woodworking & Crafts bedanken, welches diese die Pläne kostenlos zur Verfügung gestellt haben unter folgender URL: http://scrollsawer.com/wp-content/uploads/sites/2//2014/09/SSW15-Birdfeeder-Plans.pdf

Los ging es mit dem Ausdrucken der Pläne und dem Umrechnen von den imperial Maßen in das metrische System und dem besorgen der passenden Birkenmultiplexplatten.

Die Multiplexware hab ich dann auf das passende Maß zugesägt und die Pläne kurzer Hand mit Holzleim auf das Brett geklebt. .

Um ein Gefühl für die zukünftige Größe des Vogelhäuschens zu bekommen, habe ich das Dach auch ausgedruckt und einmal exemplarisch hingelegt. Schon ein recht stattliches Vogelhäuschen.

Die Bretter habe ich dann übereinander gestapelt und mit einem Elektrotacker zusammen genagelt. Mir wurde sofort klar, warum in den ganzen Youtube Videos von “Nageln macht süchtig” die rede ist. Vorsicht, wenn ihr euch so ein Gerät holt.. mehr sag ich nicht..

Anschließend hab ich die Löcher zum Durchfädeln des Dekupiersägeblattes gebohrt. Ich selber bin ein Fan von Multizahn Sägeblättern (auch wenn es eigentlich nur ein Draht ist), die sich leicht einfädeln, aber schwer an der Dekupiersäge befestigen lassen.

So hab ich dann Stunde um Stunde an meiner Scheppach Deco-Flex gesägt , wobei ich bei Gelegenheit den Umbau von Troppy auch Ausführen werden. Ich würde jedem, der sich ein Dekupiersäge zulegen möchte empfehlen diese auf ein Brett zu montieren und zwischen diesem Brett und Werkbank eine Waschmaschinen-Antirutschmatte zu legen. Die Dekupiersägen neigen durch die starke Vibration zum Wandern auf der Arbeitsfläche. 😉

Nach dem Aussägen sahen die Resultate doch ganz hübsch aus, wobei natürlich die Kanten noch geschliffen werden mußten um Ausfransungen und Abplatzer zu bereinigen.

Ich persönlich bin sehr zufrieden mit der Deco-Flex und würde sie mir erneut kaufen.. ganz im Gegensatz zur PTS10.

Auf der PTS10 habe ich dann die Gehrungen von 45° an den Kanten gesägt. Das geht bei der PTS10 zwar mit der auf dem Gehäuse aufgebrachten Skala, aber das Ergebnis ist dann Erfahrungsgemäß so ungenau, dass ich immer zur Bevelbox von ELV greife, dann stimmen die Schnitte auch auf der PTS10. 

Die Bretter habe ich dann nach dem Truppe Verfahren zusammen geleimt. Das Ergebniss ist ein absolut rechtwinkliger Körper, der sich sehen lassen kann.

Das Dach habe ich dann nach den Plänen gefertigt und verleimt. Als Hilfe habe ich beim Dach auch zum Elektrotacker gegriffen, denn das Einspannen dieser ganzen Schrägen mit Schraubzwingen ist mir einfach nicht gelungen. Durch das Tackern konnte der Leim trocknen und die Bretter wurden in der richtige Lage gehalten.

Die Körper habe ich dann mal zusammengestellt und geguckt, wie groß die Zwischplatte zwischen Dekofries und oberen Häuschen sein soll. Die Zwischenplatte hab ich dann aus 8mm Siebdruckplatte gesägt. In die Körper habe ich noch einen Rahmen aus 12mm Dachlatten innen zum späteren verschrauben auf der Zwischenplatte befestigt, denn auf Siebdruckplatten ist es halt schlecht mit Verleimen. Da hält kein Leim drauf! Oben auf dem Dach habe ich das sich ergebende Loch auch mit einer kleinen viereckigen Platte verschlossen, jedoch nicht mir einer Aufhängung wie in den orginal Plänen versehen. Unser Vogelhäuschen soll auf ein Gestell kommen, da wir im Garten keine Möglichkeit zur Aufhängung haben.

Zusammen gestellt, machte das Vogelhäuschen schon unlackiert was her!

Ich selber mag die natürliche Farbe von Birkemultiplex sehr gerne, was mich dazu brachte nach einem Schutzlack in der passende Farbe zu suchen und im Baumarkt meines Vertrauens wurde ich dann, mit Elfenbein Autolack aus der Sprühdose, fündig. Die Teile habe ich dann an Angelleineen im Garten an die Kinderschaukel gehängt und lackiert. Zum Trocknen habe ich sie dann 24h in den Heizungskeller gehangen. 

Der nächste Schritt war dann die Anfertigung des Untergestells aus witterungsbeständigem Douglasienholz, was ich von der Anfertigung unserer Gartenbank noch übrig hatte.

Der Fuß sollte in Form eines X mit einer Größe von 1m x 1m sein, was ich Mitting mit einer halbierten Fuge bewerkstelligte. Stellenweise bin ich von meinem hinzugewonnen Handwerkskönnen selber ganz überrascht, vor allem wenn es auf Anhieb paßt. :o)

Ich hab dann mal den Stellpfosten unbefestigt draufgestellt und die Höhe von 1,2m ermittelt für das Vogelhäuschen. Da sollten die Pipser vor herum streunenden Katzen eigentlich sicher sein. Da der Stellpfosten eine Versteifung zur Seite hin benötigt, welche zur Befestigung eigentlich eines Handwerkers von der Art eines Octopus bedarfs, habe ich mir mit viel Malerkrepp geholfen.

Nach dem verschrauben der Aussteifungen zwischen Stellpfosten und Fuß, war mein sehr sehr sehr robustes Untergestell fertig. Das wirft so schnell nix um!

Als letztes kam dann die Endmontage aller Teile zu einem Ganzen und das Verschrauben auf dem Untergestell.

Draußen im Garten hat das Vogelhäuschen einen schönen Platz erhalten und wird langsam von den Pipsern angenommen.

Ich hoffe der Autolack wird das Birkemultiplex gut vor Feuchtigkeit schützen, dann ich bin echt stolz auf das Vogelhäuschen und es soll möglichst lange halten.