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Stiefelknecht

Mein Freundin Maike hat mich überredet, für einen guten Zweck, etwas aus Holz zu Tischerln. Ich muss zugeben, dass ich mich da nicht lange überreden lassen mußte. Wir haben hier bei uns im Dorf einmal im Jahr ein Lichterfest, auf dem man seine Sachen privat verkaufen kann. Das Geld, welches wir da in 2019 einnehmen werden, wollen wir der Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel spenden. Nun habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, was zum Zeitpunkt des Lichtermarktes (Herbst) wohl so von Kaufinteresse sein könnte und bin dabei zuerst auf den Stiefelknecht gekommen, nebst einiger anderer Dinge – welche so über das Jahr hier auch gebaut und dann gepostet werden.

Wir soll so ein Stiefknecht den nun Aussehen war eine meiner ersten Fragen. Nach geraumer Zeit im Googeluniversum kam ich auf folgendes, zugegeben sehr simples, Design.

Designidee des Stiefelknechtes

Aber hey, warum etwas kompliziertes Bauen, wenn es doch “nur” beim Stiefelausziehen helfen soll ohne viel Tüdelüt..

Als komplizierter wie erwartet haben sich die vielen spitzen Winkel im Design erwiesen. Ich hab mit hier eine Vorrichtung für die Kreissäge gebaut, damit da meine Finger nicht zu Dicht am Sägeblatt vorbei mussten. Ausserdem ermöglichte mir die Vorrichtung auch, dass seitliche Stehen neben der Säge, was sich bei den Kickbacks der spitzen Winkel als zwingend notwendig herausstellte.

Ich hab also zuerst einmal 10 Bretter mit den Maßen 47cm x 13,5cm aus einer 28mm Tischlerplatte heraus gesägt und mir das Design aufgemalt und probweise mit einem Stück Leiste auf die Werkbank gestellt (Bild oben). Dabei kam mit die hintere Auflage auf der Brettkante als ungeeignet vor, denn das gibt bestimmt ein wackeliges Gefühl beim Ausziehen der Stiefel. Also hab ich diesen Stelle abgeflacht an der Kreissäge.

Abflachen der hinteren Auflagefläche

So Stand der Stiefelknecht schon viel stabiler und das kippelige Gefühl war weg.

Steht schon stabiler auf der Werkbank

Damit das Ding nicht ganz so wie ein plumpes Brett aussieht, habe ich die Säume zur Auflagefläche hin enger zulaufen lassen. Das waren dann die nächsten spitzen Winkel, welche auf der Kreissäge angefertigt wurden.

Das Besäumen der Kannten im spitzen Winkel

Nach dem Besäumen sah das Brett schon etwas gefälliger und halt auch langsam nach Stiefelknecht aus.

langsam entwickelt sich der Knecht

Die Aussparung zum Ausziehen des Stiefels hatte ich nach dem kleinsten mit über den Weg laufenden Stiefel vorgesehen, also dem Schuh meiner Lütten. Ein 51mm Lochbohrer passte ganz gut zu der Größe der Ferse des Stiefels. Ich hab die Bretter für einen sicheren Halt in die Vorderzange meiner Werkbank eingespannt und ausgebohrt. Anschließend habe ich den Keil für die größeren Schuhe ausgesägt.

Da die abgeflachte Stelle hinten sägerauh war, wie das gesammte Brett, habe ich die ganzen rauhen Stellen erstmal abgeschliffen und die Kanten mit dem Abrundfräser gefällig abgerundet. Nicht das sich später beim Schuheausziehen noch jemand einen Splitter zieht.

Der Stapel der Bretter benötigte seine Zeit und wuchs auf einen kleinen Berg an. Nachdem Abschleifen und Abfräsen habe ich mir aus meinem Restholz eine Latte aus Douglasie mit 35mm x 35mm raus gesucht und den Klotz für die vordere Auflage davon abgesägt und einen Probe Stiefelknecht für Maike fertig gemacht. Da Maike neben ihrer Arbeit bei die Pinnebergerin auch im Rettungsdienst tätig ist, wo ja genau diese Knobelbecher getragen werden, für die man einen Stiefelknecht gebrauchen kann und ihr zur Probe vorbei gebracht.

Der Stiefelknecht wurde von ihr für gut befunden, was dann die fertigstellung der anderen Knechte bedeutete, nebst entsprechender Hartwachsölung, damit das Holz nicht beim ersten Wassertropfen anfängt zu arbeiten.